Hyperhidrosis (übermäßiges Schwitzen)

shutterstock_421490284Schwitzen ist eine natürliche Körperfunktion und dient der Wärmeabgabe. Der Mensch besitzt mehr als 2 Millionen Schweißdrüsen. Schweiß ist geruchlos und klar. Bei manchen Menschen arbeitet diese Körperfunktion weit höher als nötig, um die Körpertemperatur zu regulieren. Jedes Körperareal kann vom übermäßigem Schwitzen betroffen sein. Am häufigsten betroffen sind Hände und Achselhöhlen. Aufgrund des verstärkten Schwitzens kommt es oft zu kalten Händen und Füßen, Erkältungen, Hauterkrankungen und Körpergeruch. Darüber hinaus sind feuchte Flecken unter den Achseln für viele Menschen sehr unangenehm. Gerade bei öffentlichen Auftritten oder im Beruf fühlt man sich durch vermehrtes Schwitzen und die für alle sichtbaren „Schweißflecken“ gehemmt und versucht sie durch dicke Kleidung zu kaschieren. Maßnahmen, die das Schwitzen eindämmen können, sind z.B. weniger zu Rauchen und den Konsum von koffeinhaltigen Getränken zu minimieren. Auch mit Deodorants kann versucht werden, die Schweißproduktion zu reduzieren.

Wenn diese einfachen Maßnahmen keine Verbesserung bewirken, kann der Gang zum Arzt Abhilfe bieten. Je nach Art und Ursache lässt sich die Hyperhidrose durch verschiedene Methoden korrigieren. Therapeutisch bewährt haben sich die Möglichkeiten der Botulinumtoxin A Injektion und die operative Schweißdrüsenabsaugung.

Botulinum- eigentlich aus der Faltentherapie bekannt- ist eine etablierte Methode zur Therapie der lokalisierten Schweißdrüsenüberfunktion. Es hemmt die Überträgersubstanz zur Aktivierung der Schweißdrüsen, so dass die Signalübertragung blockiert und die Schweißdrüsensekretion reduziert wird. Meistens müssen die Kosten der Infiltration selber getragen werden.

Bei der operativen Schweißdrüsenentfernung der Achselhöhle gibt es verschiedene Operationstechniken, von der Absaugung bis hin zur Entfernung der betroffenen Areale.

Das Ziel

Bei schweren Formen der Hyperhidrose und nach Ausschöpfung konservativer Maßnahmen, lässt sich die Schweißdrüsenüberfunktion entweder mit einer Infiltration eines Medikamentes oder einer operativen Sanierung reduzieren.

Die Behandlung hängt wesentlich von Ihren körperlichen Voraussetzungen und individuellen Wünschen ab. Dies erörtern wir gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch.

Der Eingriff

Bei der Infiltration mit Botulium kommen dünne Nadeln zum Einsatz, die bei der Injektion nur wenig Schmerzen verursachen. Zuvor werden die betroffenen Areale mit einem Jod- Stärke- Test sichtbar gemacht und eine anästhetisierende Salbe aufgetragen. Es dauert bis zu 14 Tage, bis das Schwitzen deutlich spürbar nachlässt. Der Effekt hält erfahrungsgemäß etwa sechs Monate an. Bei Bedarf kann die Anwendung dann wiederholt werden.

Alternativ kann im Bereich der Achselhöhle Linderung geschaffen werden durch eine operative Absaugung der Schweißdrüsen bzw. Exzision der betroffenen Areale. Dies ist meist ein ambulanter Eingriff in Vollnarkose.

In Kürze:

Operationsdauer: je nach Technik etwa 1-2 Stunden
Narkose: Vollnarkose oder örtliche Betäubung
Aufenthalt: ambulant
Sportverbot: je nach Technik, etwa 4-6 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: bei der operativen Technik etwa 3-7  Tage
Hinweis: